Der „Galgen“ & die Sicherheitsschlaufen

Liebe Pfotensalon Freunde!

Bei der Arbeit mit Sicherheitsschlaufen oder auch umgangssprachlich „Galgen“ genannt kommen immer wieder Fragen auf.

Manchmal werde ich gefragt, ob ich mit „Galgen“ arbeite.

JA, ich verwende einen „Galgen“ und Sicherheitsschlaufen.

Wobei es nicht ganz korrekt ist, denn bei einem Galgen ist es doch eher der Fall, dass man daran baumelt.

Sieht man sich mal den „Galgen“ an, dann merkt man, dass alle 4 Beiner mit allen 4 Beinen am Tisch stehen können und kein Hund gestreckt oder gar gehängt wird.

Jede/r HundefriseurIn entscheidet für sich selbst, welche Art der Sicherheit er für seine/ihre Arbeit wählt.

Hier erkläre ich Dir, warum ich mich für die Arbeit mit Sicherheitsschlaufen entschieden habe.

1.) Die Arbeitshöhe auf die der Hund gebracht wird!

Wir sprechen je nach Trimmtisch von ca. 1 Meter Höhe
Niemand lässt seinen Hund zu Hause auf dem Esstisch turnen oder ihn davon runterspringen.
Ich möchte auch nicht, dass ein Hund vom Tisch springen und sich schlimmsten falls noch verletzen könnte.

2.) Hunde welchen ich eine Sicherheitsschlaufe umlege, erhalten das Gefühl eine Leine umgelegt zu bekommen.

Die meisten Hunde haben durch das Führen an der Leine, ein natürliches Gefühl von Sicherheit.
Das hat der Hund bereits gelernt und beigebracht bekommen, durch das Laufen an der Leine bei den Gassirunden.
Ich mache mir das bereits Gelernte, ein Gefühl welches der Hund bereits kennt, zu Nutze und gebe durch die Schlaufe dem Hund Sicherheit.

Wenn ich meinen eigenen Hund an die Leine lege, dann doch auch zur Sicherheit, damit der Hund nicht auf die Straße läuft, nicht von anderen Hunden gebissen werden kann oder weil ganz einfach Leinenpflicht besteht.
So sehe ich es auch in meiner Pflicht im Salon für die größtmögliche Sicherheit der mir anvertrauten Hunde zu sorgen.

3.) Ja ich gebe es zu: Ich könnte manchmal eine dritte oder gar vierte Hand benötigen!
Tatsächlich gibt es Hunde die sich nicht gerne bürsten und behandeln lassen und nicht jeder Hund streckt mir den Bauch genüsslich entgegen.

Das kennen manche Hundebesitzer auch selbst vom Bürsten und Kämen zu Hause.
Da kann es schon mal vorkommen, dass der eigene Hund einen anknurrt oder gar zwicken möchte, wenn man an die heiklen Stellen wie Achseln, Leisten, die Ohren oder gar an die Pfoten fassen möchte.
Das ist dann auch ein Grund, weshalb ich eine dritte Hand benötige, damit ich an diese heiklen Stellen ran kommen und behandeln kann.
Warum soll ihr Hund es von mir viel lieber mögen, als von seinem eigenem Herrl/Fraul, also kann es auch mal sein, dass auch ich angeknurrt oder gezwickt werden könnte.

4.)  Wobei hier nun auch meine Sicherheit und mein Arbeitsschutz zum Thema wird.

Da ich als selbstständige Unternehmerin für meinen eigenen Arbeitsschutz zu sorgen habe, bedeutet dies auch eventuelle Gefahren, welche bei der Arbeit mit Tieren vorkommen können zu erkennen und zu verhindern.

Ich löse dieses Thema mit der Verwendung der Sicherheitsschlaufen, mit einem Maulkorb oder mit Beidem. Diese Hilfsmittel dienen der Sicherheit und werden auch dem Tierschutz gerecht.

5.) Jetzt fehlt noch die Erklärung der vierten Hand:

Ein weiteres Hilfsmittel mit welchem ich arbeite ist ein Bauchgurt. Dieser wird an der Halterung eingehängt.
Der Bauchgurt ersetzt die vierte Hand und unterstützt z.b.  bei hüftgelenkserkrankten Hunden.
Er ermöglicht an Stellen mit der Schere zu arbeiten, an welche man nicht ran kommen könnte, wenn der Hund am Tisch liegen würde.
Da mein eigener Hund unter Hüftdysplasie (HD) leidet, habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Bauchgurt gemacht.
Durch den gepolsterten Bauchgurt und die Stütze ist es mir möglich auch Hunde behandeln zu können welchen das Stehen schwer fällt.
Hier kann die vierte Hand neben Sicherheit auch noch Bequemlichkeit für den Hund bieten.

Ich möchte noch erwähnen, dass es nicht immer nötig ist Sicherheitsschlaufen zu verwenden!

Manchmal benötigt man gar keine Schlaufen oder keinen Maulkorb.
Manchmal nur beim Baden, nur beim Föhnen, nur beim Pfoten schneiden.
Manchmal benötigt man z.b. einen Maulkorb nur zu Beginn einer Behandlung oder auch nur für bestimmte Regionen.

Du kennst Deinen Hund besser. Du weißt und kennst die unangenehmen Stellen Deines Hundes!
Deshalb bitte ich immer mich vor der Behandlung zu informieren, wo sich der Hund nicht gerne angreifen lässt.
Was ihn stört, wovor er sich fürchtet, damit ich mich auf ihn einstellen kann.
Erst dann kann man entscheiden welche Art von Hilfsmittel tatsächlich nötig ist oder ob man nicht doch mit viel Gefühl und Geduld auch einen kleinen „Zappelphilipp“ eine Frisur schneiden kann.

Jedoch kann man dies immer erst in der jeweiligen Situation und mit dem jeweiligen Hund entscheiden.
Jeder Hund hat seine eigene Lebenserfahrung gemacht, darauf Rücksicht zu nehmen ist ebenfalls Sicherheit.

Also ja! Mir ist Sicherheit wichtig!

Sicherheit für Deinen Hund!     &      Sicherheit für mich!

Liebe Grüße
Daniela vom Pfotensalon